Im Berliner Wedding steht seit Anfang April ein Holzhaus, das Ende der 50er Jahre in den USA ein Zufluchtsort der farbigen Bürgerrechtlerin Rosa Parks gewesen war.

Ende der 50er Jahre diente dieses Haus, das in Detroit stand, der farbigen Bürgerrechtlerin Rosa Parks als Zufluchtsort. Wer war Rosa Parks? In den 50er Jahren herrschten in den USA strenge Regeln zur Rassentrennung. Wenn im Bus in einer Sitzreihe, die von Farbigen besetzt waren, ein Weisser sitzen wollte, mussten alle Farbigen diese Reihe räumen, um die Rassentrennung aufrecht zu erhalten. Nachdem ein Weisser in einer solchen Reihe Platz genommen hatte, weigerte sich Rosa Parks aufzustehen, da sie nicht den Rest der Fahrt stehen wollte. Sie wurde daraufhin wegen öffentlicher Ruhestörung verhaftet und zur Zahlung einer Strafe von 10 Dollar verurteilt. In der Folge organisierte der damals noch relativ unbekannte Martin Luther King einen Bus Boykott, der die Behörden bald zwang, die Rassentrennung in Bussen und Zügen aufzuheben. Rosa Parks wurde zur Ikone einer neuen Bürgerrechtsbewegung aber auch zur Zielscheibe vieler Angriffe. Sie floh daher nach Detroit und fand in dem Holzhaus, das nun in der Wriezener Str. 19 im Wedding steht, Zuflucht. Hier lebte sie von 1957 – 1959 zusammen mit ihrem Mann und Familienangehörigen. Insgesamt leben 17 Leute in diesem relativ kleinem Holzhaus.

Der Bus, der seinerzeit die Bürgerrechtsbewegung auslöste, ist heute in Detroit im Charles Wright Museum of African American History ausgestellt. Das Haus, in das Rosa Parks vor öffentlichen Anfeindungen geflohen war, fand jedoch keinen Ausstellungsplatz. Als es abgerissen werden sollte, kaufte es die Nichte von Rosa Parks für $500 und schenkte es dem in Berlin lebenden Künstler Ryan Mendoza, der es auseinanderbaute, nach Berlin transportierte und hier im Wedding Stück für Stück wieder aufbaute. Das Haus selbst kann nicht betreten werden. Es steht jedoch mit einer Licht und Klanginstallation mit TV- und Radiobeiträgen über Rosa Parks interessierten Besuchern zur äußeren Besichtigung zu folgenden Zeiten offen:

Besichtigung des Kunstprojekts „The Rosa Parks‘ House“, Wriezener Straße 19, 13359 Berlin

Samstag · 8. April 2017 · 14 bis 17 Uhr & 20 bis 22 Uhr
Sonntag · 9. April 2017 · 16 bis 22 Uhr
Freitag · 28. April 2017 · 18 bis 22 Uhr
Samstag · 29. April 2017 · 14 bis 22 Uhr
Sonntag · 30. April 2017 · 14 bis 22 Uhr

Die Rosa Parks Story wurde 2002 in den USA verfilmt. Den vollständigen Film kann man auf YouTube in English ansehen. Die Laufzeit beträgt 1 1/2 Stunden

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