StadtmauerwegNordöstlich von Berlin liegt Bernau, eine der elf Hauptstationen der Märkischen Eiszeitstraße. Bernau wurde Anfang des 13. Jahrhunderts gegründet. Bei Bränden im 15. Jahrhundert wurden alle Urkunden vernichtet, so dass die genauen Umstände der Gründung ungeklärt sind. Einer Sage nach soll Marggraf Albrecht der Bär, der Gründer der Mark Brandenburg, bereits 1140 den Bau der Stadt veranlasst haben, nachdem er sich bei einer Jagd in den Pankewäldern verirrt hatte und schließlich in einem Gasthof landete, wo ihm das Bier so gut schmeckte, dass er beschloss, an dieser Stelle eine Stadt zu gründen, die dann nach dem Gründer „Bärnau“ genannt wurde. Für die Sage gibt es allerdings keinerlei Belege und der Ursprung des Namens Bernau wird eher in dem slawischen Personennamen „Barnim“ vermutet. Der gute Ruf des Bieres hat sich aber bis heute erhalten, so dass die Sage gerne weiter erzählt wird.

Pulverturm BernauIm 14./15. Jahrhundert wurde in fast der Hälfte der Wohnhäuser Bernaus Bier gebraut und der Kurfürst Friedrich der I. erteilte der Stadt das Privileg, ihr Bier zollfrei vertreiben zu dürfen. Beim Bau der Sparkasse wurden 1990/1991 die Reste eines Braukellers entdeckt. Dieser wurde in das neue Gebäude eingefügt. Bernau hat heute einen schönen historischen Stadtkern mit einer gut erhaltenen Stadtmauer. Von den ehemals drei Stadttoren ist lediglich das Steintor erhalten geblieben. Daneben steht der Hungerturm, das ehemalige Gefängnis. Der Hungerturm kann auch bestiegen werden und bietet einen schönen Ausblick über die Stadt. Der Stadtmauerweg führt die Stadtmauer entlang und vorbei an vielen der verbliebenen historischen Gebäuden. So gibt es ein Henkerhaus zu besichtigen und Reste der 42 Lughäuser (Wehrtürme), die in die Stadtmauer eingebaut waren. Beim Pulverturm gibt es einen Übergang zum angrenzenden Stadtpark.

In der Nähe des Kriegerdenkmals wurde 1998 mit einem Bronzerelief des Biesenthaler Bildhauers Friedrich Schötschel ein Denkmal für Deserteure errichtet. Es zeigt einen an Händen und Füssen gefesselten Deserteur mit verbundenen Augen bei seiner Hinrichtung. Darunter steht „Weil er nicht töten wollte“. Eine weitere im Boden angebrachte Tafel widmet dieses Denkmal allen Deserteuren und Kriegsdienstverweigerern

„Gewidmet allen Deserteuren und Verweigerern, deren Heimat die Mutter Erde ist, die im Feind den Menschenbruder erkennen, die statt auf Generäle auf den Befehl ihres Gewissens hören, die nicht an Ideologen, sondern am Leben hängen, deren Angst kleiner als ihre Liebe ist. Bernau. 15. Mai 1998.“

Nach Bernau gelangt man am besten mit dem Auto oder mit der S-Bahn S2, die in Bernau ihre Endhaltestelle hat.

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