Viktoriapark Kreuzberg mit Schinkel-Denkmal

ViktoriaparkDer Kreuzberg ist eine der markanten Erhebungen in Berlin und Namensgeber für den gleichnamigen Ortsteil im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.

Dieser 66 Meter hohe Hügel ist (auch wenn er einem Trümmerberg ähnelt) natürlichen Ursprungs und gehört zur Abdachung des Berliner Urstromtales.
Bis in das 19. Jahrhundert hinein kannte man den Hügel nur unter der Bezeichnung Tempelhofer Berg oder auch Runder Weinberg. An seinen steilen Hängen wurde seit dem Mittelalter Wein angebaut – eine Tradition, die man seit 1968 wieder hat aufleben lassen. Der am Nordhang angebaute Nero-Kreuzberger wird vom Bezirksamt nur an ausgewählte Gäste abgegeben. Der Satiriker Glassbrenner nannte ihn einst Fahnenwein: „Wenn man een eenzjes Achtel über die Fahne kippt, zieht sich det janze Regiment zusammen.“
ViktoriaparkDas Wahrzeichen des Kreuzberges (und auch der Grund seiner Umbenennung) ist das Nationaldenkmal, das an die Befreiungskriege gegen die Franzosen unter Napoleon erinnert. Es wurde von der Königlich Preussischen Eisengießerei komplett aus Gußeisen nach einem Entwurf des Architekten Schinkels geschaffen und wiegt an die 200 Tonnen. Es wurde am Jahrestag der Stürmung des Montmartre im März 1821 feierlich eingeweiht.
Schinkel gestaltete das Denkmal in Form einer gotischen Kirchenspitze mit 12 Kantenflächen, auf der jeweils eine Schlacht aus den Freiheitskriegen schriftlich festgehalten ist. Die 4 bedeutendsten Schlachten sind exponiert mit Goldlettern nach außen dargestellt.
Auf der Spitze prangt ein Eisernes Kreuz, weshalb der Berg und der spätere Stadtbezirk den Namen Kreuzberg erhielten.
1878/79 musste das 20 Meter hohe Denkmal noch einmal durch einen Sockel erhöht werden, da die Bebauung des Umlandes derart fortgeschritten war, dass das Denkmal nicht mehr zu sehen war.

Viktoriapark

Ab 1888 wurde der Kreuzberg in die Anlage eines Volksparks einbezogen, wie es eigentlich schon Schinkel vorsah. Die steile Abdachung nach Norden hin wird von einem künstlichen Wasserfall eingenommen, als dessen Vorbild man den Zackelfall im Riesengebirge annimmt. Vom Denkmal aus bildet er zusammen mit der Großbeerenstraße eine Sichtachse nach Berlin. Die Bepflanzung und das Wegenetz sollen an eine Gebirgslandschaft erinnern. Hier ist es durch die dichten Baum- und Strauchbestände regelrecht schattig und kühl.
Die westliche Erweiterung des Viktoriaparks gestaltet sich mit den freien Liegewiesen und den sanften Hügeln völlig anders. Hier kann man Sonne tanken oder einer sportlichen Betätigung nachgehen.
Für Kinder gibt es einen Spielplatz, ein Tiergehege und einen Sportplatz. Die Erwachsenen dürfen mit dem Biergarten Golgatha vorlieb nehmen.

Der Park steht seit 1980 unter Denkmalschutz.

Fotos und Bericht: © Lars Mielke

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