Dorotheenstädtischer Friedhof und Brecht Haus

Grab von SchinkelDer Dorotheenstädtische Friedhof in Berlin Mitte steht seit 1983 vollständig unter Denkmalschutz.Er wurde 1762 gegründet und nach Dorothea, der zweiten Frau des Großen Kurfürsten benannt. Zunächst wurden hier mehrheitlich einfache und mittellose Bürger beerdigt. Dies änderte sich allmählich durch die räumliche Nähe von Institutionen wie der Akademie der Künste, der Singakademie, der Bauakademie, der Akademie der Wissenschaften und der Berliner Universität. Viele Mitarbeiter wohnten auch in diesem Stadtviertel und die Bedeutung derjenigen, die auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof beerdigt wurden, nahm zu. Es entstanden zunehmend aufwändig und künstlerisch anspruchsvoll gestaltete Gräber.
Grab von BrechtAuf dem Dorotheenstädtischen Friedhof befinden sich viele Ehrengräber. Hierzu gehören die Grabstätten von Bertold Brecht und Helene Weigel. Bertold Brecht hatte sich seine Grabstelle schon zu Lebzeiten ausgesucht. Er wollte ein Grab mit Blick auf die Gräber von Hegel und Fichte, deren Gräber in unmittelbarer Nähe liegen. Brecht wohnte zuletzt direkt neben dem Friedhof. Die Wohnung kann zu festen Zeiten besichtigt werden. Weitere bekannte Persönlichkeiten, die auf dem Dorotheenstädter Friedhof beerdigt wurden sind der Philosoph Herbert Marcuse, der Aktivist Fritz Teufel, Hanns Eisler, Anna Seghers, die Familie Borsig, Johannes Rau, Karl-Friedrich Schinkel, Christa Wolf, Heinrich Mann, der Verleger Cornelsen und Rudolf Bahro, um nur einige der vielen Namen zu nennen. Es finden sich hier auch mehrere Gräber von Schauspielern des Berliner Ensembles.
Eine Gedenktafel erinnert an Widerstandskämpfer im Dritten Reich. Sie trägt die Namen von Klaus Bonhoeffer, Hans John, Richard Kuenzer, Carl Adolf Marks, Wilhem zur Nieden, Friedrich Justus Perels, Rüdiger Schleicher und Hans Ludwig Sierks, die am missglückten Attentat auf Adolf Hitler beteiligt waren und im April 1945 in einer nahegelegenen Parkanlage erschossen worden waren. Darüber hinaus erinnert der Stein an Dietrich Bonhoeffer und Hans von Dohnanyi, die in einem Konzentrationslager starben und Justus Delbrück, der in russischer Haft starb.

Eine Gedenktafel am Grabmal der Familie Friedrich Hoffmann, dem Erfinder des Ringofens, zeigt, dass die Familie vom Schicksal hart getroffen wurde. Im Februar/März 1855 starben ihre vier Kinder im Alter von 1-6 Jahren an Scharlach. 1855 gab es noch keine Antibiotika.

An den Dorotheenstädter Friedhof grenzt der etwas kleinere französische Friedhof, der sogenannte Hugenottenfriedhof. Hier finden sich unter anderem die Grabstätte von Ravené sowie von Klaus Schlesinger und Heinrich Greif.

Adresse: Chausseestr. 126, 10115 Berlin

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen Sie den Dorotheenstädtischen Friedhof wie folgt:

Bus:
Philippstr. (Berlin): 142
Naturkundemuseum (Berlin) (U): 245, N40, N6
Torstr./U Oranienburger Tor (Berlin): 142, N6
Robert-Koch-Platz (Berlin): 123, 142
Oranienburger Tor (Berlin) (U): 142, N6
Nordbahnhof (Berlin) (S): 245, 247, N40
Charité – Campus Mitte (Berlin): 147
U-Bahn:
Naturkundemuseum (Berlin) (U): U6
Torstr./U Oranienburger Tor (Berlin): U6
Oranienburger Tor (Berlin) (U): U6
Tram:
Naturkundemuseum (Berlin) (U): M6
Torstr./U Oranienburger Tor (Berlin): M6
Oranienburger Tor (Berlin) (U): 12, M1, M6
Nordbahnhof (Berlin) (S): M10, M8
Habersaathstr. (Berlin): M6
S-Bahn:
Nordbahnhof (Berlin) (S): S1, S2, S25

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1 Antwort
  1. Lara
    Lara sagte:

    Ein schöner Friedhof, der einen ehrfürchtig durch die Gräberreihen gehen lässt, wo man auf so viele bekannte Namen stößt.

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