Das Museum für Fotografie zeigt zwei Ausstellungen: „Rooms / Stages“ und „Helmut Newton’s One/Off Album“
Nach einer zweimonatigen intensiven Umbau- und Vorbereitungsphase im Museum für Fotografie am Bahnhof Zoo öffnet die Helmut Newton Stiftung am 4. Juni, wieder ihre Türen für das Publikum. Zwei völlig unterschiedliche, aber sich perfekt ergänzende Ausstellungen werden in den frisch vorbereiteten Räumen gezeigt: „Rooms / Stages“ und „Helmut Newton’s One/Off Album“. Das ist ein absolut spannendes Kultur-Highlight für Berlin!
Die Ausstellung „Rooms / Stages“ widmet sich der Beziehung zwischen Fotografie, Raum und Inszenierung. Gezeigt wird, wie Newton und andere renommierte Fotografen Räume nicht nur als bloßen Hintergrund nutzen, sondern sie als „Bühnen“ (Stages) für ihre oft dramatischen oder filmreifen Geschichten inszenieren.
Während Helmut Newton selbst für seine messerscharfen, perfekt ausgeleuchteten Großformat- und Kleinbildfotografien weltbekannt ist, bricht die Ausstellung das Thema Raum und Inszenierung auf, indem sie auch Arbeiten von Kolleginnen und Kollegen zeigt.
Die Fotografin Karen Stuke hat mit einer Lochkamera Theateraufführungen und Operninszenierungen aufgenommen. Die Belichtung läuft dabei während der gesamten Laufzeit des Stückes – mit einer digitalen Kamera wäre das heute gar nicht mehr machbar – und es entstehen meisterhafte Bilder, in denen die Akteure verschwinden und die Bühne hervortritt.
Beeindruckend ist auch das Projekt „Living Room“ der Fotografin Jana Sophia Nolle. Jana Sophia Nolle ist in San Francisco auf die Straße gegangen und hat dort Kontakt zu obdachlosen Menschen aufgenommen und sie nach ihren temporären Behausungen gefragt. Anschließend hat sie wohlhabende Bürgerinnen und Bürger gebeten, in deren prachtvollen, bürgerlichen Wohnzimmern eben jene Obdachlosenbehausungen eins zu eins nachbauen zu dürfen. Das Ergebnis sind großformatige Fotografien, auf denen das bürgerliche Wohnzimmer zur Bühne für eine traurige Realität wird, die dem Besucher auch auf dem Weg zum Museum im Umkreis des Bahnhof Zoo begegnet. Diese Bilder sind ein echtes Highlight der Ausstellung, das im Gedächtnis bleibt.
Auf dem Weg zur zweiten Ausstellung „Helmut Newton’s One/Off Album“ durchschreiten die Besucher zunächst einen Raum mit riesigen, wandfüllenden Fototapeten, die Newtons Modefotografien aus den 60er – 80er Jahren zeigen.
Nun kommt für Fotofans eine echte Weltsensation. „Helmut Newton’s One/Off Album“ zeigt etwas, das in dieser Form noch nie öffentlich zu sehen war.
Helmut Newton hat das Album im Jahr 1999 ursprünglich zusammen mit dem bekannten Fotokunst-Sammler Gert Elfering zusammengestellt. Es handelt sich um über 100 kleinformatige Originalabzüge in Schwarz-Weiß und Farbe. Newton und Elfering haben die Fotos damals auf festen Karton montiert und Newton hat handschriftlich Titel, Kommentare oder kleine Anekdoten dazu notiert. Heute befindet sich dieses wertvolle Unikat jedoch in einer der weltweit bedeutendsten privaten Fotografie- und Kunstsammlungen: der Nicola Erni Collection in der Schweiz. Die Helmut Newton Stiftung arbeitet für diese Ausstellung eng mit der Schweizer Nicola Erni Collection zusammen. Dadurch ist das Werk nun zum allerersten Mal überhaupt in Berlin für die breite Öffentlichkeit zu sehen. Da die Blätter damals glücklicherweise nicht fest zu einem Buch gebunden, sondern lose in dem Album gesammelt wurden, konnte man sie für die Berliner Ausstellung nun einzeln rahmen.

Zur Ausstellung ist übrigens auch ein exklusives Buch im Phaidon-Verlag erschienen, das in Zusammenarbeit mit der Schweizer Sammlung das Album exakt in Originalgröße reproduziert. Das Buch gibt es im Museum für 59,95 EUR zu kaufen.
Das Museum der Fotografie befindet sich in der Jebensstr. 2, 10623 Berlin
(gleich hinter dem Bahnhof Zoo)
Es ist zentral gelegen und gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen .
(S-Bahn, U-Bahn und Bus), Haltestelle: Zoologischer Garten.
Öffnungszeiten
Montag Geschlossen
Dienstag-Mittwoch 11:00 – 19:00
Donnerstag 11:00 – 20:00
Freitag-Sonntag 11:00 – 19:00


